Deutsches IVF-Register (DIR)

Maßnahme der Qualitätssicherung

Warum können Sie in Deutschland nicht die individuellen Erfolgsstatistiken jedes einzelnen Kinderwunsch-Zentrums am Jahresbericht des DIR ablesen?

Die Vorstellung ist verlockend und einsichtig.

Es wäre doch schön, wenn man in das
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Jahrbuch des Deutschen IVF–Registers (DIR)

hineinschauen, die IVF–Zentren in seiner Region heraussuchen und sich dann über deren "Erfolgsraten" informieren könnte.

Das DIR erhebt seit 1982 Daten aus dem Bereich der humanen Reproduktionsmedizin in Deutschland und stellt eine Maßnahme der Qualitätssicherung dar.

Natürlich würde man dann das Zentrum wählen, das die höchsten Schwangerschaftsraten hat. Schließlich will man ja von den besten Ärzten behandelt werden.
Gegebenenfalls wäre man als Paar sogar bereit, eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen, wenn z. B. in einem anderen Bundesland die Schwangerschaftsraten noch höher lägen.

Was sich hier so einfach anhört, ist es leider nicht.

Ganz abgesehen davon, dass es Ärzten verboten ist, vergleichende Werbung zu betreiben, hat eine solche "Hitliste" oder "Liga–Tabelle" ernst zu nehmende Nebenwirkungen.
Sie führt dazu, dass die behandelnden Ärzte sehr genau darauf achten, nach Möglichkeit nur solche Paare zu behandeln, die eine günstige Prognose haben. Andere werden ggf. von der Behandlung ausgeschlossen, weil ihre Chancen als zu niedrig angesehen werden. Dies könnte ja den guten Platz in der Tabelle gefährden.
Auch könnte ein solcher Konkurrenzdruck die Qualität und Ehrlichkeit der Dokumentation in Mitleidenschaft ziehen.

Die insgesamt durch eine solche "Liga–Tabelle" induzierten Verzerrungen wären also gravierend, und damit zum Schaden der Patientinnen und Patienten.

Das vom Deutschen IVF–Register seit vielen Jahren praktizierte Vorgehen wird mittlerweile international als vorbildlich angesehen: Eine klare Darstellung der Situation in Deutschland und die Abbildung des hiesigen Standards.

Dabei wird die Bandbreite der Ergebnisse offen dargelegt, aber ohne Nennung der dahinter stehenden Zentren. Es ist eine Aufforderung an Sie als Patientinnen und Patienten, ihren behandelnden Arzt, ihr behandelndes IVF–Zentrum zu fragen, wo denn deren Erfolgsrate liegt. Nur dort werden Sie dann die erhellenden Erklärungen und Informationen erhalten, die Sie brauchen, um zu verstehen, warum die Ergebnisse in dem Zentrum so sind wie sie sind.

Nur so können Sie Ihre Rolle als autonomer Patient wahrnehmen und gut informiert entscheiden.