VORKERNBEURTEILUNG

(P)ro(N)ucleus-Scoring

Im Verlauf der Entwicklung einer Eizelle zu einem Embryo gibt es verschiedene Stadien.

Nachdem sich die Eizelle durch das Ausschleusen von einem Polkörper (PK) auf eine mögliche Befruchtung vorbereitet und damit den eigenen Chromosomensatz reduziert hat (Reifeteilung), kann nun ein Spermium eindringen.

Als Vorkern-Stadium (PN-Stadium) bezeichnet man eine "imprägnierte", also mit einem Spermium besetzte Eizelle, die dadurch die so genannten Vorkerne sichtbar werden lässt, die dann ca. 16-18 Stunden nach der Befruchtung beurteilt werden.

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Dabei ist es unerheblich, ob die Eizelle durch aktives Selbsteindringen eines Spermiums, oder durch das Einsetzen eines Spermiums imprägniert wurde.

Bei den beiden Vorkernen handelt es sich um das menschliche Erbgut (Chromosomen), das einerseits aus dem Spermium ("männlicher" Vorkern), andererseits aus der Eizelle ("weiblicher" Vorkern) freigesetzt wurde.

Da man festgestellt hat, dass die Vorkerne ganz unterschiedliche Ausprägungen haben können, hat man untersucht, welches PN-'Erscheinungsbild' später zu welcher Embryonalentwicklung führt.

PN-Scoring.jpg ©Ferring

Durch diese Vorkernbeurteilung lässt sich besser einschätzen, bei welchen qualitativ hochwertigen Eizellen es sich auch lohnt, sie sich entweder direkt zu Embryonen entwickeln zu lassen, oder sie einzufrieren (Kryokonservierung).


Die qualitativ schlechten Vorkern-Eizellen können dann straffrei verworfen werden, da es sich nach dem Embryonenschutzgesetz (ESchG) erst nach der Verschmelzung der Vorkerne um einen Embryo handelt.